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Die Evangelische Kirche in Essen trauert um Max Strecker
Ehemaliger Studierenden- und Krankenhauspfarrer starb mit 64
Essen, 18.02.2026. Die Evangelische Kirche in Essen trauert um den langjährigen Studierenden- und Krankenhauspfarrer i.R. Max Strecker, der am 28. Januar 2026 im Alter von nur 64 Jahren plötzlich verstorben ist. 31 Jahre lang war er im Pfarrdienst tätig; vor nicht einmal zwei Jahren ist er in den Ruhestand getreten. Für die kommenden Jahre hatte er noch viele Pläne, die nun unerfüllt bleiben. Im Kirchenkreis Essen, bei vielen jetzigen und früheren Mitarbeitenden der Evangelischen Studierendengemeinde Duisburg-Essen, der Universität Duisburg-Essen und des Alfried Krupp Krankenhauses rief sein Tod große Bestürzung hervor.
Max Strecker wurde im Juli 1961 geboren und ist in Bonn, Braunschweig und Mülheim an der Ruhr aufgewachsen. Nach dem Studium der Fächer Theologie, Pädagogik und Politik in Berlin und Marburg absolvierte er sein Vikariat und seinen Hilfsdienst in der Kirchengemeinde Werden. 1994 wurde er Pfarrer in Cronenberg, einer Wuppertaler Gemeinde. Von 2002 an leitete er als Studierendenpfarrer die Evangelische Studierendengemeinde an der Universität Duisburg-Essen und hat durch seine Tätigkeit dort viele Spuren hinterlassen.
2016 wechselte Max Strecker in die Krankenhausseelsorge und wurde Seelsorger am Alfried Krupp Krankenhaus Essen. „In seiner Zeit am Krupp hat der empathische Pfarrer vielen Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden die Tür zu einem Gespräch geöffnet“, würdigte die Leitung des Krankenhauses Max Streckers Engagement, als er im Juli 2024 in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Nicht alle sind hindurchgegangen, doch denen, die es getan haben, hat er Trost gespendet, Zuversicht gegeben, einfach nur zu gehört. Auch Angehörige hat er regelmäßig begleitet. Neben vielen seelsorglichen Gesprächen waren Angebote in der Altenhofkapelle Teil seiner Arbeit: regelmäßige Gottesdienste, Konzerte und meditative Angebote, wie die Klangschalen-Auszeit. Besonders wichtig war ihm auch die Mitarbeit in der Christlichen Rufbereitschaft der Essener Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger, die im Notfall rund um die Uhr in fast allen Krankenhäusern im Stadtgebiet tätig wird, wenn dort nach Dienstschluss niemand mehr im Einsatz ist.“
Zusatzqualifikationen in Psychologie und der Methode des Bibliodrama halfen Max Strecker dabei, seine vielfältigen seelsorglichen Aufgaben zu erfüllen. Als der Kirchenkreis begann, Ehrenamtliche für den Dienst in der Seelsorge u.a. im Krankenhaus auszubilden, engagierte er sich sogleich als Mentor.
„Selbst Menschen, die ihr Leben lang nicht gläubig waren, verspüren oft den Wunsch, mit einem von uns zu reden“, beschrieb Max Strecker in einem ausführlichen Interview, das die WAZ Essen in ihrer Weihnachtsausgabe 2016 veröffentlichte, die Bedeutung des Zuhörens und seine Haltung als Seelsorger. „Natürlich haben auch wir keine Antwort auf die Frage, was nach dem Tod passiert. Das ist das letzte große Abenteuer. Aber wir können zuhören und nehmen uns Zeit, das ist das Wichtigste.“
TRAUERFEIER AM 27. FEBRUAR 2026 IN MÜLHEIM
Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 27. Februar 2026, um 11.00 Uhr in der Pauluskirche, Witthausstraße 11, in 45470 Mülheim an der Ruhr statt. Im Anschluss erfolgt die Urnenbeisetzung auf dem Altstadtfriedhof in Mülheim an der Ruhr, Kettwiger Straße 76. Anstelle von Blumen und Kränzen wird um eine Zuwendung für die „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.“ bei der SozialBank, IBAN DE72 3702 0500 1137 00, Kennwort: „Gedenken Max Strecker“, gebeten. Dieser Organisation ist er immer sehr verbunden gewesen.
Titelbild: Alfried Krupp Krankenhaus Essen/Stephan Eichler
